Samstag, 24. November 2012

Zoran Feric - Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr

Buchcover
Über Blogg dein Buch bekam ich netterweise die Chance das Buch "Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr", aus dem Folio Verlag, zu rezensieren. Bei diesem Buch handelt es sich um einen Roman des kroatischen Autors Zoran Feric, der mir vorher gänzlich unbekannt war, aber die Geschichte hinter diesem Buch klang einfach zu spannend, um es nicht lesen zu wollen.

Kommen wir also zum Inhalt, dieses Buch handelt von Tihomir Romar, der auf die Idee kommt, dass seine alte Gymnasialklasse doch, nachdem nun 50 Jahre verstrichen sind, und sie alle Rentner sind, ihre Abifahrt wiederholen könnte. Schon bei Beginn der Reise wird klar, auch nach so vielen Jahren hat sich wenig verändert, es sind die gleichen Menchen, sie finden sich in den gleichen Grüppchen zusammen wie immer und reden über die selben Themen. Der Roman springt in seiner Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, denn so gelingt es Tihomir die Geschichte seines Lebens zu erzählen, wie er in einem von Krieg geprägten Land aufwuchs, aber vor allem auch seine frühere verheerende Beziehung zu seiner Klassenkameradin Senka, die mit ihm auf dieser Reise ist.

Das Buch macht gut klar, was Pubertät und Senilität miteinander verbinden kann, trotzdem weiß es mich jedoch nicht vollends zu überzeugen. Auf 538 Seiten wird eine wirklich interessante Lebensgeschichte erzählt und ich erfahre ganz nebenbei viel neues über Zagreb und Kroatien, allerdings merke ich auch, wie ich in den häufigen Rückblenden teilweise verloren gehe und es mir nicht immer leicht fällt dem Geschichtsstrang zu folgen. Zudem wirken einige Teile des Romans seltsam, was entweder an kulturellen Unterschieden liegen kann, oder an der Übersetzung, ich bin mir nicht immer ganz sicher. Auf jeden Fall aber, könnten einige Passagen flüssiger übersetzt werden, als sie es in dieser Ausgabe sind, was ich sehr schade finde, da es das Buch abschwächt, obwohl es ganz sicher nicht der Fehler des Autors ist.

Insgesamt sind in diesem Buch aber die Rückblenden das wirklich interessante, die Jugend, vielleicht wirkt die Erzählung darüber deswegen auch so wehmütig, die Passagen von der aktuellen Schiffsreise sind eher langweilig und ich erwische mich selbst dabei, wie ich auf die nächste Rückblende warte. Denn das ist es was mich schon immer und bei allem interessierte, die Geschichte, wie es zu dem wurde, was es heute ist.

Insgesamt trotz einiger kleiner Kritikpunkte aber ein lesenswerter Roman, bei dem ich eine Menge über das kommunistische Jugoslawien gelernt habe und das beinahe ohne es zu merken, deswegen würde ich ihm auch 4 von 5 Sternen in der Bewertung geben.

Wer dieses Buch nun auch lesen möchte bekommt es hier.

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