Samstag, 31. August 2013

Kristjan Knall - Stoppt die Klugscheißer. Ein Motzbuch.

Ein Motzbuch, das Stoppen von Klugscheißern, wer hat da kein Interesse dran, entsprechend gespannt war ich auch auf das recht ansprechend, in neongrün gestaltete Buch von Kristjan Knall, welches im Eulenspiegel Verlag erschienen ist. Ein Blick ins Inhaltsverzeihnis verrät dann auch, in dem in zwei Teile aufgeteilten Buch kommen von Fußball bis Gender wirklich alle Themen des Alltags vor und über alle wird eben auch ordentlich gemotzt, das ist er schon, der Inhalt des Buches, grob umrissen, einfach oder.

Irgendwie ist das Buch jedoch beim Lesen etwas befremdlich. An einigen Stellen bin ich wirklich froh, dass ich VWL im Nebenfach studiert habe, denn ohne das dort gelernte Vokabular hätte ich ernsthafte Probleme mit dem Verständnis des Buches. Komisch ist jedoch dieses Vokabular in Kombination mit der teilweise sehr flapsigen und alltäglichen Ausdrucksweise des Autors zu lesen. Das passt für mich nicht so recht zusammen und wirkt unfreiwillig komisch.

Auch der Inhalt ist gewöhnungsbedürftig. Er weist zwar auf einige wirklich große Missstände in der
Autor; Berlin
Gesellschaft hin, aber die Tips, die dort im ersten Teil gegeben werden sind wenig praktikabel. Ich finde es zwar schön, dass es am Ende jeden Kapitels weiterführende Links und Buchtips gibt, wenn man sich eingehender mit dem Thema auseinandersetzen will. Nicht angebracht finde ich jedoch, dass mir dazu geraten wird keine Kinder zu bekommen, oder Vegetarier zu werden, damit die Welt etwas besser wird. Ich denke aber, dass das nicht die Endlösungen der Probleme sein kann, denn Vegetarier zu werden, um den Tieren zu helfen und den Fleischkonsum einzuschränken ist meiner Meinung nach etwas kurz gegriffen, wenn man weiterhin Gemüse aus entlegenen Teilen der Welt isst und Milch und Eier aus Massentierhaltung holt. Da wäre der Welt wohl mit einem regionalen Konsum und einer bedachten Auswahl der Produkte wesentlich weiter geholfen und das ein Buch einem wirklich empfiehlt keine Kinder zu bekommen, sondern welche zu adoptieren, als wäre das so einfach, da sage ich besser gar nichts zu, da rege ich mich nur auf.

Das die Tips dann im zweiten Teil ganz verschwinden ist mir somit nur recht. Das aber auch keine weiterführende Literatur mehr angegeben wird finde ich etwas schade, denn das machte schon zumindest ein bisschen den Mehrwert des Buches aus, denn sich mit dem einen, oder anderen Thema mal näher auseinander zu setzen schadet sicher nicht.

Des weiteren rät das Buch dazu Drogen wie Marihuana zu legalisieren. Aus welchem Lager der Autor kommt wird dabei immer klarer und er führt dabei an, dass ja Alkohol und Zigaretten auch legal seien. Bei denen ist die Suchtgefahr jedoch nicht ganz so stark gegeben und wenn dies doch so ist sollten sie eigentlich auch verboten werden. Es gehören nicht einfach so noch mehr Drogen legalisiert und dies zu fordern, wenn man schon Alkohol und Zigaretten für sehr gefährlich hält ist eine komische Argumentation. Das dann in der Handlungsempfehlung zum Thema Drogen geraten wird mal was auszuprobieren lässt mich den Kopf vor die Wand schlagen. Das kann doch nicht deren Ernst sein!

Ihr seht also das Buch polarisiert sehr stark und ich finde vieles was dort empfohlen wird alles andere als empfehlenswert. Oder wie würdet ihr das sehen? 

Das dann derzeit, kurz vor der Wahl, in diesem Buch immer wieder die gleichen Parteien in den Dreck gezogen werden und andere dafür hochgejubelt und man mir tatsächlich eine Kooperation mit der Linken empfiehlt führt bei mir fast zu einem Tubsuchtsanfall. Danke nein, ich verzichte und hoffe das niemals jemand, der leicht zu beeinflussen ist, dieses Buch in die Hände bekommt. Parteiempfehlungen kurz vor der Bundestagswahl in einem Buch, das auf den ersten Blick nichts mit Politik zu tun hat. Ein Schelm, wer böses denkt.

Trotzdem kann man das Buch nicht einfach so als Mist abtun, denn es zeigt einige Themen auf, über die man vielleicht wirklich mal genauer nachdenken sollte und es zeigt auch schön nochmal, dass sich unsere Gesellschaft auch verändert, wenn nur wenige mit einer Änderung ihrer Lebensweise anfangen, was ich richtig finde, aber für vieles hier beschriebene bin ich mit Abstand zu konservativ. Ich finde die Illusionen die Herr Knall hat gar nicht so verkehrt. Natürlich wäre eine Welt ohne Hunger toll, aber es gibt eben auch noch andere Lösungswege. Obwohl das Ganze Motzbuch heißt bin ich jedoch positiv überrascht wie wenig negativ eingestellt mir der Autor vorkommt, es ist wenigstens nicht ein andauerndes Nörgeln, wenn gleich in diesem Buch viel Kritik geübt wird.

Mich regt das Buch zu sehr auf und es fällt mir darum auch schwer es in einem Stück, oder längere Zeit zu lesen, denn dann bräuchte ich einen Beißring, oder so, um mich abzureagieren. Ich persönlich würde es auch nicht nochmal lesen wollen, aber das liegt sicher nicht unbedingt am Buch, ich weiß nicht ob ich zu alt bin für das angestrebte junge Publikum, oder ob ich einfach zu starke eigene Ansichten habe, die eben mit denen des Autors nicht vereinbar sind, mir hat es auf jeden Fall gar nicht gefallen. Schade, das Cover und die Inhaltsangabe waren doch eigentlich sehr vielversprechend.


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