Samstag, 3. Oktober 2015

Mama sein & Prioritätenverschiebung

Hier ist es schon wieder still, sehr still, viel zu still, aber keine Angst, ich will diesen Blog, der ja auch irgendwie mein Baby ist nicht begraben, noch nicht. Mit realem Baby jedoch ist er in den Hintergrund getreten, denn meine Prioritäten haben sich einfach verschoben, so muss ich abends nicht mehr gleichzeitig bloggen, am Handy daddeln, Freunden schreiben und Fernsehen, sondern bin im Gegenteil heilfroh, wenn ich mal ganz in Ruhe mit Herrn Schatz einfach nur vor der Glotze sitzen kann und das mit einem schlafenden Drops zwischen uns.

Das ist auch so eine Sache, die mich anfangs viel Kraft gekostet hat, der Drops schläft einfach schlecht, das heißt, ich lege mich immer noch oft mit ihm hin, wenn er Mittagsschlaf macht, aber wer würde das nicht tun, wenn er noch 6-7 Mal die Nacht seine Mama braucht. Und in seinem eigenen Bett schlafen? Fehlanzeige, dann wacht er nach spätestens zwei Stunden auf und auch wenn ich es früher gehasst habe mein Bett zu teilen, so kann ich es mir jetzt kaum noch vorstellen ohne den Drops zu schlafen und werde sicher traurig sein, wenn er mal im eigenen Bett schlafen will. Nicht traurig sein werde ich jedoch, wenn er endlich mal durchschläft und ich wieder etwas mehr Zeit für mich habe, um zum Beispiel diesen Blog zu füllen. Klar ich könnte das machen, wenn er Mittagsschlaf macht, aber den macht er teilweise nur eine Stunde lang, oder es stört ihn, wenn ich tippe, denn auch beim Mittagsschlaf muss ich bei ihm sein, sonst schläft er maximal eine halbe Stunde und ist den Rest des Tages knatschig. Versteht mich nicht falsch, das stört mich alles gar nicht, auch wenn ich das selbst nie gedacht hätte, im Gegenteil, ich bin gerne bei ihm, wenn er mich noch soviel braucht, denn diese Zeiten werden viel zu schnell enden, da bin ich sicher.

Ich habe früher jeden Tag genossen und teilweise, wenn man auf etwas gewartet hat schien die Zeit zu kriechen, mir war das aber egal, hauptsache ich hatte möglichst bequeme und abwechslungsreiche Tage, so war ich fast immer nur auf Achse, oder bei der Arbeit. Heute genieße ich es mit dem Drops viel Zuhause zu sein, liebe es den Tag einfach nur mit ihm zu spielen und nicht viele Termine zu haben, die wir noch unterbringen müssen. Überhaupt weiß ich mein Zuhause viel mehr zu schätzen. Mit den ehemals bequemen Tagen haben unsere Tage auch nicht mehr viel gemein, alles ist straff durchorganisiert und ich liebe das. Früher habe ich es geliebt auszuschlafen und auch wenn ich das heute manchmal vermisse, so bin ich dann auch genervt, wenn der Drops mal bis halb 10 schläft und der Tag nicht so ablaufen kann wie jeder andere. Das Schlimmste ist aber: Die Zeit rast und ich weiß nicht wo die letzten 11 Monate mit dem Drops geblieben sind, ich fühle mich als wäre ich 60, denn eigentlich sagen sowas doch immer Leute in diesem Alter.

Vor dem Drops fand ich Ökos und diese ganzen Gutmenschen furchtbar, jetzt entdecke ich immer mehr, dass ich selbst zu so jemandem werde, den andere ganz sonderbar finden, wenn ich da allein ans Tragen, Wickeln mit Stoff, oder eben das Familienbett denke. Mir war auch immer egal woher meine Kleidung kommt, die sollte nur möglichst lange halten, damit ich mir nichts neues kaufen musste, beim Drops achte ich jedoch zunehmend darauf, wie seine Kleidung produziert wurde und aus welchen Rohstoffen sie ist. Herr Schatz schüttelt vorallem in diesen Punkten oft den Kopf und erkennt mich kaum wieder, findet es aber auch irgendwie gut und macht alles mit, so wie es sein muss.

Ich wollte auch immer schnell wieder arbeiten, denn auch wenn viele das nie verstehen konnten, ich habe meinen Job geliebt, heute könnte ich mir überhaupt nicht mehr vorstellen in diesen zurückzukehren und soviel vom Drops getrennt zu sein, für mich ist ganz klar, es darf erstmal nur einen Aushilfstätigkeit sein, ich will auch die nächsten Jahre noch alle Zeit, die irgendwie geht, mit dem Drops verbringen und ihn aufwachsen sehen.

Warum ich das aber eigentlich alles schreibe, neben der Möglichkeit euch einen kleinen Einblick in mein neues Leben zu geben, ist das dieser Blog mich zunehmend stresst, weil ich dauernd denke ich müsste endlich wieder etwas schreiben, aber dann liegen meine Prioritäten doch wieder anders, oder ich komme einfach nicht dazu. So habe ich mich entschieden meinem Blog noch bis Ende des Jahres zu geben und mit Aushilfsjob zu sehen, ob mit mehr Kontakt zur Aussenwelt auch die Lust aufs Bloggen wieder kommt, sollte das nicht so sein, so werde ich dieses Baby wohl beerdigen müssen um mich nicht weiterhin dem Stress auszusetzen doch noch bloggen zu müssen.

Kommentare:

  1. Hallo Bibi, finde deinen Post sehr schön. Genieße die Zeit mit dem Drops :) LG Desiree

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  2. Familie geht immer vor !!!
    Und leider geht die Zeit viel zu schnell vorbei
    Liebe Grüße

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